Templer und Johanniter in der Mark Brandenburg

Ritterordens-Kommenden an der Peripherie der Einflusssphären ihrer Orden

Tagung der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Potsdam

Donnerstag, 22. Mai (Abendvortrag) bis Sonntag, 25. Mai 2008

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Christian Gahlbeck und Dirk Schumann M.A.
Ort: Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte, Potsdam



Programm-Flyer


Ritterorden waren für die Besiedlung und den Landesausbau in der Mark Brandenburg und ihren Nachbargebieten von etwa der gleichen Bedeutung wie die Zisterzienser. Im Gegensatz zu diesen haben sie jedoch bisher sowohl in der Landes- als auch in der Ordensforschung nur im geringen Maße die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, obwohl sie einen erheblichen politischen Einfluss auf die Geschicke des Landes hatten und die Johanniter als einzige Ordensgemeinschaft in der Mark die Reformation überdauert haben und (mit einer Unterbrechung von etwa vierzig Jahren) bis heute hier bestehen. Trotz einer ganzen Reihe von Ortsnamen, die noch an sie erinnern, wie Tempelhof, sind Templer und Johanniter in Brandenburg kaum noch im Bewusstsein präsent.

Für ihre Orden, deren hauptsächliches Wirkungsgebiet sich im Heiligen Land und im übrigen Mittelmeerraum befand, lagen die Kommenden in und um Brandenburg am Rande ihrer Einflusssphären. Dies war eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass sich – nicht zuletzt aufgrund der Übernahme der Kommenden des Templerordens zwischen 1311 und 1318 mit ihren umfangreichen Besitzungen – im Bereich dieser Peripherie mit der Ballei Brandenburg ein Ordensverband bilden konnte, der innerhalb des Johanniterordens eine weitgehende Selbständigkeit erlangte, die nach dem Dreißigjährigen Krieg schließlich zu einer Abspaltung führte. Diese Entwicklung war für die Johanniter einzigartig, da keine andere ihrer Balleien einen ähnlichen Grad an Selbständigkeit erreichen konnte.

700 Jahre, nachdem der Templerorden aufgelöst und verboten und alle seine Besitzungen auf päpstliche Anordnung den Johannitern „vererbt“ wurden, widmet sich eine Tagung diesen beiden Orden und ihren Hinterlassenschaften in der Mark.

Die von der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Potsdam durchgeführte Tagung beginnt mit einem Abendvortrag in den Räumen der Universität Potsdam. Die eigentliche Tagung, zu der deutsche und polnische Experten aus verschiedenen Fächern wie Geschichte, Bau- und Kunstgeschichte, Archäologie und Denkmalpflege zusammenkommen werden, findet im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam statt. An zwei Tagen, von denen jeweils einer den Templern und einer den Johannitern gewidmet ist, wird zum einen die historische Entwicklung der Templer- und Johanniterkommenden in der Mark und die der von ihnen gebildeten Verbände an der Peripherie ihrer Orden sowie deren Beziehungen zur Ordensleitung thematisiert. Zum anderen werden neue Ergebnisse der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zu den konkreten Hinterlassenschaften in Werben, Berlin-Tempelhof, Lietzen, Quartschen (Chwarszczany), Sonnenburg (S³oñsk) und anderen Orten vorgestellt.

Eine Busexkursion wird am Sonntag die Kommende Lietzen und die in der Neumark gelegenen Ordensniederlassungen in Quartschen, Lagow und Sonnenburg aufsuchen und eine Diskussion an den Objekten ermöglichen.

Nähere Informationen zum Programm finden sich im Programm-Flyer und können auch bei den untenstehenden Organisatoren erfragt werden.

Christian Gahlbeck / Dirk Schumann

Kontakt: Dr. Christian Gahlbeck, Freie Universität Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut, Koserstraße 20, 14195 Berlin (cgahlbeck@t-online.de); Dirk Schumann M.A., Kollwitzstraße 74, 10435 Berlin (dirk.schumann@onlinehome.de).





Letzte Änderung am 08.05.2008

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