Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg


Aktuelles

Brandenburgischer Archivpreis 2012


Der Brandenburgischer Archivpreis des Jahres 2012 wurde am 27. April 2012 anlässlich des 15. Brandenburgischen Archivtages in Perleberg an die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandeburg verliehen. Damit wird deren langjährige engagierte Archivarbeit gewürdigt. Konkreter Anlass war die 2009 erschienene Beständeübersicht, die als eine für ein kleineres Archiv herausragende Erschließungsleistung anerkannt wurde. Der Brandenburgische Archivpreis wird vom Landesverband Brandenburg des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare seit 2008 alle zwei Jahre an Institutionen vergeben, die sich in besonderer Weise im Bereich des Archivwesens ausgezeichnet haben. Das Preisgeld beträgt 2000 EUR.

Trauerfeier für Gerd Heinrich

Die Trauerfeier für unser Ehrenmitglied Prof. Heinrich hat am 27. März 2012 in der Dorfkirche Hermsdorf stattgefunden.


Gerd Heinrich in memoriam

Unser Ehrenmitglied Herr Professor Dr. Gerd Heinrich, ehemaliger Ordinarius für Historische Landeskunde am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, ist am 14. März 2012 im Alter von 80 Jahren von uns gegangen.

Fast ein halbes Jahrhundert, seit dem 21. Januar 1963, gehörte er als Mitglied zu uns, und vor fast zwanzig Jahren, 1993, hatten wir ihn zum Ehrenmitglied ernannt. Eine entsprechende Würdigung enthält das Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte 1993.

Es ist jetzt und hier (noch) nicht der Ort für einen Nachruf. Erinnert sei aber an einen Menschen, der unbeirrt seinen Weg gegangen ist, der mit seinen, nicht immer mehrheitsfähigen, Analysen stets Denkanstöße zu geben in der Lage war und immer wach, gedankenreich und unangepasst blieb. In den letzten Jahren hatte all dies, nach einem Schlaganfall, notgedrungen gelitten, und das nunmehrige Ende infolge einer Lungenentzündung war Erlösung für ihn. Zuvor jedoch erlebten wir jahrzehntelang einen putzmunteren (Selbstbeschreibung) Zeitgenossen, der es wie kaum ein anderer verstand, alle (Landes-)Geschichte auch mit Gegenwartsbezug zu sehen und Gegenwärtiges mithin zu verstehen.

Eine Fülle von Publikationen, darunter Standardwerke, sind ihm und seiner Initiative und Beharrlichkeit zu verdanken. Genannt seien nur sein wesentlicher Anteil am Historischen Handatlas von Brandenburg und Berlin, der Brandenburg-Band des Handbuchs der Historischen Stätten Deutschlands (lange Zeit die Bibel der Exkursionsfahrer), der voluminöse (von ihm herausgegebene) Band 1000 Jahre Kirche in Berlin-Brandenburg, die mitherausgegebene, gleichfalls voluminöse Verwaltungsgeschichte Ostdeutschlands und vieles andere, das hier nicht vollständig genannt werden kann und soll.

Der lesbar und wortschöpferisch-lesenswert schreibende Autor einer Geschichte Preußens und einer Biographie Friedrichs des Großen ist ebenso zu nennen. Auch da war er freilich eher Alleingänger, der sendungsbewusst gegen, wie er es nannte, ahistorische Affekte anzuschreiben nicht müde wurde.

Brandenburg, seine Heimat – wesentliche Jahre seiner Kindheit und Jugend verlebte er in Neuruppin –, und der Raum Berlin, für den er den Begriff Zentrallandschaft geprägt hat, waren und blieben sein lebenslanger Aktionsradius, wissenschaftlich und persönlich. Doch auch ihn ließ das ganze Preußen, wie so viele, nicht los. So verdanken wir ihm ebenso Beiträge zu Fragen der gesamtpreußischen Geschichte wie zu einzelnen Provinzen im Westen wie im Osten.

Die Familie, die Verortung in einer traditionsbewussten evangelischen Kirchenwelt und auch sein Vaterland (den Begriff verwendete er z.B. in der Einleitung zum Handbuch der Historischen Stätten) waren jedoch wohl die eigentlichen Anker im Leben. Wer ihn vor 1989 erlebt hat, der weiß, dass er, als einer von ganz wenigen, vielleicht drei oder vier, öffentlich wahrnehmbaren Zeitgenossen, das Ende der DDR kommen sah. „Freizügigkeit in der Mark“ war eine seiner Prognosen 1988. Kaum glaublich, aber wahr. Unentwegt kurvte er mit seinem Auto durch die Lande und diagnostizierte die Verfallserscheinungen. Unbeirrt hielt er über die Teilungszeit Kontakt zu aufrichtigen Kollegen und Freunden in Brandenburg. Unbeirrt trat er nach 1989 Geschichtsklitterungen entgegen.

Die Landesgeschichtliche Vereinigung verneigt sich vor einem Mann, der, ohne sich ihr zu verschreiben, ihr und ihrem Anliegen immer mit Wohlwollen zugetan war. Seine Fähigkeit, die Landesgeschichte Berlin-Brandenburgs und Preußens in ihrer Gänze zusammenzudenken, immer alle Facetten im Blick zu behalten, Spezialisten aus der Reserve zu locken und auf größere Zusammenhänge und die sich daraus ergebende Verantwortung hinzuweisen, war stark ausgebildet. Seine Lust, auch interessierten Menschen ohne Historikerausbildung Geschichte zu vermitteln, versiegte nie. Diese und manche anderen Persönlichkeitsmerkmale lassen die Lücke, die Gerd Heinrich hinterlässt, erahnen.

Wir trauern mit seiner Familie, seinen Freunden, Kollegen und Schülern.

Peter Bahl
Vorsitzender



In der Ordentlichen Hauptversammlung am 18. Februar 2012 wurde als neuer Vorstand gewählt:

Exkursionsausschuss: Dr. Klaus Arlt, Dr. Marcus Cante, Dr. Harald Engler (neu), Dr. Christian Gahlbeck, Dr. Benedikt Goebel (neu), Norgat Hauke, Wolfgang Holtz, Bernd Kopplin, Dietrich König (neu), Wolf-Dietrich Meyer-Rath (neu), Christian Ritter (neu), Dr. Fritz Wochnik, Anne-Katrin Ziesak (neu).

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Das Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte ist in seinem 62. Band (2011) zur Hauptversammlung erscheinen. Das Inhaltsverzeichnis finden Sie hier

Zum Jahresanfang 2011 ist der Dokumentenserver der Landesgeschichtlichen Vereinigung online gegangen. Sie finden dort die ersten 20 Jahrgänge unserer Jahrbücher (von 1950 - 1969 = Bd. 1 - Bd. 20). Dieses Angebot wird weiter ausgebaut. Sie finden es unter http://edoc.hu-berlin.de/geschichte_brandenburg/.

Unter dem Punkt "Partner" in der Navigationsleiste finden Sie jetzt eine Übersicht über die Kooperationspartner der Landesgeschichtlichen Vereinigung sowie eine Übersicht über die Schriftentauschpartner.

Seit Anfang August 2010 steht der Bibliothekskatalog der Landesgeschichtlichen Vereinigung auch über den Verbundkatalog östliches Europa der Martin Opitz Bibliothek Herne zur Verfügung (Link direkt zum Katalog).

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